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Die Geschichte von Hadamar

Hadamar ist heute noch ein psychiatrisches Krankenhaus für psychisch behinderte und kranke Menschen. Von 1941 bis 1945 war es eine Tötungsanstalt, in der 15.000 Menschen ihr Leben verloren.
Neben Hadamar gab es in Deutschland noch fünf weitere „Todes-Krankenhäuser“, in denen insgesamt 70.000 Menschen umgebracht wurden: Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hartheim und Pirna-Sonnenstein.
In der ersten Mordphase ging es vor allem darum so genanntes „lebensunwertes Leben“ zu vernichten. Die Nationalsozialisten bezeichneten damit Menschen, die unter Geisteskrankheiten, Blindheit, Taubheit, Fallsucht oder Alkoholismus litten. In ihrer Propaganda versuchte die NSDAP den Bürgern nahe zu bringen, dass derartige Menschen bis zur Vollendung ihres 60. Lebensjahres den Staat 50.000 Reichsmark kosten. Um die Gemeinschaft damit nicht zu belasten, solle man ihnen lieber den Gnadentod geben.
Die erste der beiden Mordphasen dauerte vom 13. Januar bis zum 24. August 1941. Ihr fielen insgesamt 10.113 Menschen zum Opfer. Graue Busse holten die ausgewählten Patienten aus den Anstalten ab und brachten sie nach Hadamar. Dort wurden bis zu 80 Personen in die als Duschraum getarnte Gaskammer (ca. 16 Quadratmeter groß) gepresst und mit Kohlemonoxid erstickt. Jenen Leichen, die mit einem Kreuz am Genick gekennzeichnet waren, wurde auf einem Seziertisch noch das Gehirn entnommen und zu Forschungszwecken weiter verwendet. Anschließend verbrannte man alle Toten.
Die Angehörigen erhielten „Trostbriefe“ mit falschen Angaben zur Todesursache und zum Sterbedatum.
Die Gasmorde endeten nach öffentlichen Protesten von Clemens August Graf von Galen, des Bischofs von Münster in Westfalen.
Im Rahmen der zweiten Mordphase übernahm das Krankenhaus in Hadamar erneut die Funktion einer Tötungsanstalt. In dieser Zeit hatten die Kranken tatsächlich ein Bett auf der Station und wurden, solange sie noch arbeiten konnten, versorgt. Nach und nach vergiftete man sie dann mit Medikamenten und verscharrte sie in Massengräbern auf dem Friedhof. In dieser Phase wurden weitere 4.411 Menschen getötet.

 

 

Jana Dietert / Annika Emge, 10dR

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