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Wie wurden die Morde von Hadamar organisiert?

Die Kanzlei des Führers und das Reichsinnenministerium gründeten gemeinsam eine Behörde, die ihren Sitz in der Tiergartenstraße 4 in Berlin hatte und im NS-Jargon kurz T-4 genannt wurde. Sie erfasste alle „unheilbar kranken“ Heilanstaltspatienten und organisierte ihre Ermordung.
Der SS-Obergruppenführer Philipp Bouhler war gemeinsam mit Hitlers Leibarzt Karl Brandt der verantwortlichen Leiter der Behörde. Er hatte in einem von Hitler unterzeichneten Brief den Auftrag zur Durchführung der NS-Euthanasie erhalten. Bouhler war an allen wichtigen Sitzungen in der Vorbereitung der T-4-Aktionen beteiligt. Ebenso war er im Januar 1940 Zeuge, als man „Probetötungen“ durch Injektionen vorführte.
Durch das bereits genannte Ermächtigungsschreiben Hitlers hatte er nun die alleinige Verantwortung und durfte allen Mitarbeitern Weisungen erteilen. Nach seinen Richtlinien mussten die Ärzte der T-4-Aktion durch „Begutachtungen“ über die Auswahl der zu tötenden Patienten entscheiden.
Nach der Einstellung der Tötungen verlor Bouhler zunehmend an Einfluss. Gegen Kriegsende schloss er sich mehr und mehr dem Kriegsminister Hermann Göring an und verließ mit diesem im April 1945 Berlin. Am 23.4.1945 wurde er auf Befehl Hitlers bei Berchtesgaden verhaftet und aus allen Ämtern ausgeschlossen. Nach Hitlers Selbstmord kam Bouhler wieder frei. Am 19.5.1945 nahmen ihn amerikanische Truppen fest und brachten ihn nach Dachau bei München, wo er sich mit Hilfe einer Blausäure-Kapsel selbst tötete  

Larissa Hess, 10dR

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