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Die Tötungsanstalt Hadamar
 
Hadamar liegt bei Limburg, auf halber Strecke zwischen Frankfurt und Köln. Am Anfang befand sich dort ein Krankenhaus für körperlich Behinderte und Geisteskranke.
 
Erst vom Januar bis zum August 1941 wurde diese Einrichtung zur Tötung von mehr als 10.000 Frauen, Männern und Kindern missbraucht. Die direkte Anordnung für dieses Vorhaben kam von Hitler selbst, dessen Auftrag vom 1. September 1939 stammte. Eine dem Innenministerium zugeordnete Abteilung, die als T 4 bezeichnet wurde, organisierte die Durchführung der Kohlenmonoxidvergasungen.
 
Gegenüber der Bevölkerung sprach man davon, dass geistig behinderte Menschen ein "lebensunwertes" Dasein fristen, den Staat nur Geld kosten und die Erbgesundheit des deutschen Volkes schädigen. Im Krankenhaus in Hadamar waren Ärzte für die Tötung der Kranken verantwortlich. Deren Leichen verbrannte man innerhalb von 24 Stunden und informierte Angehörige erst später unter Angabe einer falschen Todesursache. Erst nach Protesten aus der Bevölkerung und einer mutigen Predigt des Münsteraner Bischofs van Galen brachen die Nationalsozialisten ihre Mordaktionen ab.
 
Danach bauten Handwerker die Verbrennungsöfen in Hadamar ab, denn nichts sollte mehr an die Gasmorde erinnern. Im August 1942 gingen die Tötungen unter anderen Vorzeichen weiter. Kranken wurden jetzt Giftspritzen injiziert, so dass bis zum Kriegsende weitere 5.000 Menschen ums Leben kamen. Die Leichen der Ermordeten wurden nicht mehr verbrannt, sondern auf einem neu eingerichteten Anstaltsfriedhof beerdigt. In dem heutigen Psychiatrischen Krankenhaus Hadamar ist seit 1983 eine Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Verbrechen eingerichtet.
 

 

Lisa Schlüter, 10cR

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