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Abschlussklassen 2007 in Hadamar


Unser Besuchstag begann um 10.30 Uhr mit einem Video, das für uns interessante und wichtige Informationen über die Gedenkstätte Hadamar enthielt. Nach einer etwa einstündigen Busfahrt kamen wir um die Mittagszeit an unserem Ziel an, wo wir von einer sehr netten Dame empfangen wurden, die uns in einen großen Raum führte und dort uns genau aufklärte, wie das System der Vernichtung der psychisch kranken Menschen in Hadamar ablief. Sie erzählte uns, wie die Leute gebracht wurden und von wo und von wem die Entscheidung kam, welche Personen nicht mehr leben durften.

Auch Anschauungsmaterialien waren reichlich vor Ort, die noch heute in sehr gutem Zustand sind. Nach dieser Einführungsstunde begann die Besichtigung der Anlage. Da wir mit über 50 Personen anreisten, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die dann jeweils ihren Führer hatten. Als erstes ging es für uns auf den Hof, wo eine sehr große Garage für die Transportbusse steht, die heute leider schon umgebaut bzw. restauriert wurde.

Danach ging es im Hauptgebäude in den Keller, wo sich alles Schreckliche eigentlich abspielte. Der erste Raum, in dem wir waren, war der lange Flur, in dem sich alle entkleiden mussten. Gleich dort neben an waren die sogenannten Duschen, aus den normalerweise Wasser kommen sollte. Doch aus diesen Duschköpfen entströmte Gas und so starben alle Menschen, die sich in diesem Raum befanden. Die Duschkabinen sind beidseitig begehbar und so wurden die Leichen der Menschen am hinteren Ausgang von Ärzten und von Mithelfern hinausgeholt.

Nachdem der Tod eintrat, wurden die Leichen in die Pathologie geschoben und von den Körpern wurde alles entfernt, was noch zu gebrauchen war und es wurden ihnen auch Organe entnommen, um medizinische Versuche durchzuführen. Gleich nebenan war dann das Krematorium (der Verbrennungsofen), wo die Leichen in Massen verbrannt worden sind. Das war der Ablauf der Vernichtung der Menschen in Hadamar. Nach dem Rundgang besuchten wir den Friedhof, der sich oberhalb des Krankenhauses befand und dort hielten wir eine Gedenkminute für die Opfer des Wahnsinns der Nationalsozialisten.

Marcus Richert/Matteo Siddi, 10aR (Mai 2007)

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