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Ein "Stolperstein" für die Merianschule



stolper01.jpg Der 17. September 1942 war einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Seligenstadts: In der Altstadt fuhren vier Lastwagen vor, um die letzten 44 der hier noch lebenden jüdischen Bürger abzuholen. Sie wurden zunächst nach Darmstadt gebracht und von dort aus in einem Sammeltransport nach Theresienstadt bzw. Auschwitz-Birkenau deportiert.


stolper02.jpg Zu den Opfern gehörte auch der 9-jährige Lothar Stein aus dem Haus Aschaffenburger Str. 2. Die Familie des Jungen, die drei Kinder hatte, verfügte bereits seit 1941 über ein Visum für die Ausreise in die USA. Es ist aber unklar, warum sie diese Möglichkeit nicht in Anspruch nahm. Lothar Stein, nach den Worten des ehemaligen Seligenstädter Bürgermeisters Willi Brehm ein "goldiges Kerlchen", starb vermutlich am 2. Oktober 1942 in den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.


stolper03.jpg Zum Gedenken an ihn und an die anderen Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes beteiligen sich die Schüler und Lehrer der Merianschule an dem Projekt "Stolpersteine". Mit Unterstützung der Stadt, verschiedener Vereine und einiger Privatpersonen verlegt der Künstler Gunter Demnig vor den ehemaligen Wohnhäusern der jüdischen Familien 10 x 10 Zentimeter große Betonsteine, deren Oberseite auf einer Messingplatte die persönlichen Daten der Opfer zeigen. Wer sich ausführlicher über das Schicksal der jüdischen Familien in Seligenstadt informieren möchte, dem sei das bereits 1986 erschienene Buch des ehemaligen Lehrers und Stadtarchivars Marcellin P. Spahn mit dem Titel "Zur Geschichte der Seligenstädter Juden" empfohlen.

 

Auch Dietrich Fichtners Schrift "... und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden" enthält ebenfalls eine detaillierte Darstellung des Themas.



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