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Meisterliche Schnitte in der Merianschule


schnitte01.jpgWeder modische Frisuren noch schicke Textilien standen in der letzten Aprilwoche im Mittelpunkt der Kunst-AG. Die international wirkende Scherenschnittkünstlerin Karin Dickel-Jonasch begeisterte die Teilnehmer der Kunst-AG mit fantasievollen, detailgetreuen Arbeiten.

schnitte02.jpgVor dem Hintergrund ihrer filigranen Schwarzschnitte erläuterte die Künstlerin die Entwicklung der uralten Technik des Scherenschnitts, deren Ursprünge beim asiatischen und orientalischen Schattenspiel liegen und die wohl über den Handel mit diesen Regionen letztlich nach Italien gelangte. Karin Dickel-Jonasch gab den Schülerinnen und Schülern eingangs einen Überblick über die Entwicklung des Weißschnitts, einer Kunsttechnik, bei der weiße Papierschnitte vor farbigem bzw. schwarzem Grund angebracht werden. Es folgten weitere erklärende Bemerkungen zum Silhouettenschnitt bis hin zum freihändigen, fantasievollen Scherenschnitt, der einst für Töchter bildungsnaher Familien ein Bestandteil des obligatorischen Repertoires darstellte, ähnlich dem Klavierspiel. Nachdem die Fotografie Ende des 19. Jahrhunderts dem Scherenschnitt ein jähes Ende bereitete, findet diese Darstellungsform in den letzten Jahren wieder viel Zuspruch.

schnitte03.jpgKarin Dickel-Jonasch, die vor sechs Jahren an der damaligen Einhardschule als Deutsch- und Kunstlehrerin unterrichtete, präsentiert seit Mitte der 90er Jahre ihre Arbeiten regelmäßig bei Ausstellungen. Sie erfindet Fantasy-Welten, bevölkert von märchenhaften Figuren, Naturgeistern, Drachen und vielen weiteren ausdrucksstarken Wesen. Ganze Bildergeschichten fertigt sie in einem Schnitt, komplette Buchillustrationen entstehen auf diese Weise. Die Teilnehmer der AG zeigten sich beeindruckt von den Erzählungen der Künstlerin und ihren Fähigkeiten im Umgang mit der Schere. Schließlich konnten sie sich selbst in der Technik des Scherenschnitts versuchen, unterstützt von Karin Dickel-Jonasch, die den Werken der jungen Künstler mit Hilfe eines Grafikermessers den letzten Schliff gab.

Weitere Informationen über die Arbeiten von Karin Dickel-Jonasch findet man im Internet unter www.scherenschnitte-online.de.



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