Top

Wie kommt das Bier ins Glas?

Ein Projekt der Klasse 8aH der Merianschule

Wenn man in Seligenstadt wohnt und eine Privatbrauerei um die Ecke hat, dann sollte man schon wissen, wie die Erzeugnisse dieses Unternehmens hergestellt werden!
Die Klasse 8aH der Merianschule wollte dies wissen und so entstand in Zusammenarbeit mit Bauer Zöller, der Mälzerei in Pfungstadt, Frau Hullen vom Kreis Offenbach und dem Klassenlehrer Joachim Aßmuth ein interessantes Projekt, das kurz vor den Sommerferien beendet wurde. Frau Hullen war die Kontaktperson des Kreises Offenbach für das  UniSKO-Projekt (Unternehmen in Schulen des Kreises Offenbach).

Station 1:   Das Feld
Nur ein paar Hundert Meter von der Schule entfernt baut Bauer Zöller Gerste für die Brauerei Glaab an. Er erklärte im Frühjahr den Schülern den Unterschied von Sommer- und Wintergerste, zeigte auch andere Getreidearten wie Roggen, Hafer, Weizen und Mais. Um zu gedeihen, brauchen die Pflanzen Wasser, Sonne und Nährstoffe. Ein Quadratmeter Gerste liefert den Rohstoff für zwei Liter Bier. Die Gerste hat eine Wachstumszeit von etwa 4,5 Monaten.

 

Station 2: Die Mälzerei
Diese war schon nicht mehr so einfach zu erreichen: Mit dem Zug fuhr man nach Darmstadt und nahm nun einige Straßenbahnen, um nach Pfungstadt zu gelangen. Die Klasse 8aH wurde hier von Herrn Hahn empfangen, der sie etwa zwei Stunden durch die Mälzerei führte. Dieser Betrieb ist ein Familienbetrieb und arbeitet 360 Tage im Jahr. 40tausend Tonnen Gerste, die von Bauern und Brauereien angeliefert werden, werden in dieser Zeit in Malz umgewandelt. Der Preis für Gerste steigt zurzeit weltweit, da es weniger Flächen für den Anbau gibt wegen des verstärkten Bioanbaus für andere landwirtschaftliche Produkte. Der Klimawandel führt zu Ernteausfällen und mit der steigenden Anzahl von Menschen auf dem Globus gibt es weniger Anbauflächen aber mehr Bedarf an Lebensmitteln. Was passiert in der Mälzerei? Die Gerste wird eingeweicht im Weichhaus, im Keimkasten kommt sie zum Keimen und in der Darre kommt es zum Trocknungsprozess. Nach ca. einer Woche ist das lebende Korn Gerste zu dem toten Korn Malz geworden, das der Bierbrauer jetzt braucht.

Station 3: Die Brauerei
Die älteste Privatbrauerei Südhessens, die Brauerei Glaab, existiert seit 1744. Der Diplombraumeister Herr Simon führte die Schüler durch die verschiedenen Abteilungen. Hier werden verschiedene Biersorten hergestellt, welche mit und welche ohne Alkohol. Herr Simon vergaß nicht, den Schülern zu erklären, dass Alkohol ein Nervengift ist und zu einem Suchtverhalten führen kann. Bier wird nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut und das wird auch hoffentlich so bleiben! Zur Herstellung des Bieres braucht man nur vier Dinge: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Aber so ganz einfach ist die Sache nun doch nicht! Das Malz kommt aus dem Silo zur Schrotmühle, wird hier gemahlen und kommt nun in den Maischbottich, wird hier mit Wasser vermischt und wird zur Maische. In der Maischpfanne wird .diese erhitzt und gelangt zum Läuterbottich. In ihm werden die festen Bestandteile der Maische von der Flüssigkeit getrennt . Die abfließende Würze gelangt jetzt in die Würzpfanne, in der Hopfen zugegeben wird. Die Flüssigkeit wird gekocht und im Whirlpool von Trübstoffen befreit. Das Ganze wird nun gekühlt, Hefe wird dazugegeben und .der Gärprozess setzt im Gärtank ein. Jetzt macht das Jungbier Urlaub in den Lagertanks und wartet beim Nachgären auf das Abfüllen in Flaschen oder in Fässer.
Nachdem die Schüler gesehen hatten, wie Flaschen gereinigt werden und wie die verschiedenen Biersorten in diese Flaschen gelangen, durften sie sich eine Flasche Vitamalz selbst abfüllen. Damit war der Kreislauf geschlossen. Den Schülern ist klar geworden: Es ist eine langer, aber interessanter Weg vom Korn der Gerste zum Bier im Glas.



druckerDruckversion

 

Top