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Hadamar: Hinter geschlossenen Türen

Wir schreiben das Jahr 1942, die ärztliche Pflegeanstalt Hadamar bei Limburg ein geheimes Vernichtungslager der Nazis, für körperlich und geistig behinderte Menschen. Vergitterte Fenster, milchige Gläser und schwere Stahltüren, von außen sieht es fast wie eine normale psychiatrische Klinik aus, aber im Inneren der Anstalt spielten sich andere Dinge ab, grausame Dinge, die du nicht mal deinem schlimmsten Feind wünschen würdest. Viele geistig benachteiligte und körperlich eingeschränkte Patienten lebten dort, die unmenschlichen "Untersuchungen", die an ihnen durchgeführt wurden, mussten sehr qualvoll gewesen sein. Wie gesagt, von außen sah alles völlig normal aus, es kamen viele Busse mit Sichtschutz an jedem Fenster zur Klinik und brachten die neuen Patienten. Nach der Ankunft wurden die Patienten als Erstes untersucht, wobei sie sich vollständig entkleiden mussten. Danach hat einer der betreuenden Ärzte sie begutachtet und sie mit Markierungen, die wie Pflaster aussahen, gekennzeichnet. Als Erstes wussten sie natürlich nicht, was es damit auf sich hatte, aber auch wenn sie die Ärzte gefragt hätten, hätten sie wahrscheinlich keine Antwort bekommen. Es stellte sich dann Jahre danach heraus, dass die Ärzte ihnen die jeweiligen Markierungen nicht ohne Grund gegeben haben, nämlich stand jede Markierung für eine andere Krankheit, nach der die Kranken eingeteilt wurden. Wenn du jedoch eine seltene Krankheit gehabt hast, musterte man dich aus und sezierte dein Gehirn um Infos und Gewebeproben über die Krankheit zu sammeln, um mögliche Schwächen und Gefahren für die zukünftige deutsche Rasse auszumerzen. Je nachdem wer durch die Untersuchung und Einteilung der Ärzte kam, ging es in den Keller, wo die restlichen Patienten duschen sollten, jedoch wusste niemand dass es keine Dusche war, sondern eine getarnte Gaskammer. Nackt, verängstigt und in Scharen zusammen gedrängt sperrte man sie mit schweren Bunkertüren, durch die das Gas nicht entweichen konnte, ein. Ein weiterer Arzt nebenan drehte dann das Gas auf, das langsam in die nicht einmal 15 Quadratmeter große "Dusche" eintrat. Es dauert nicht lange, vielleicht 20 Minuten und dann waren alle Eingesperrten tot. Eine Weile verging und das tödliche Gas verflog und Pfleger der Anstalt trugen die Leichen der Patienten zu einem Verbrennungsofen. Bis zu hundert Leute am Tag wurden erst mit Gas erstickt und anschließend verbrannt, weshalb jeden Tag ein scheußlich riechender schwarzer Rauch aus dem großen Schornstein der Anstalt quoll. Die Menschen, die im näheren Umfeld der Klinik lebten, konnten nur erahnen, was Schreckliches dort vor sich ging. Als dann ein paar Jahre später Schluss mit den Gasmorden war, hörte es jedoch nicht mit den Morden auf. Die Nazis überlegten sich neue Methoden um die Kranken zu töten. Sie benutzten nun Medikamente oder Essensentzug, was entweder zum sofortigen Tod führte oder dazu, dass die sowieso schon schwachen Patienten teilweise so schlimm abmagerten, dass sie kaum oder gar nicht mehr laufen konnten. Das Schlimmste jedoch war, dass sie die Verhungernden zu körperlichen Schwerstarbeiten zwangen. Wie beispielsweise die ganzen Toten hinter der Klinik zu einem Massengrab zu schleppen.

Schrecklich musste es damals gewesen sein hinter den geschlossenen Türen von Hadamar.

Robin Dehler



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