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Frühstück mit Ballack, Schweinsteiger und Lahm
Bundesliga-Profi Mergim Mavraj besucht seine ehemalige Schule
 

Wovon viele Jungen träumen, das hat er bereits erreicht: Mergim Mavraj, ehemaliger Merianschüler aus Seligenstadt, ist als Bundesliga-Profi und U21-Nationalspieler fast schon am Ziel seiner Wünsche angekommen.
Erst jetzt, mehr als sechs Jahre nach seinem Abschluss der 10. Klasse, fand der Fußballspieler die Zeit, seine damalige Schule zu besuchen. Nach der Begrüßung früherer Lehrer verbrachte er zwei Stunden mit den wissbegierigen Redakteuren der Schülerzeitung. Dabei berichtete er von den Höhen und Tiefen, die er in seiner Zeit als Fußball-Profi schon durchlebt hat.
„Zunächst einmal begann meine Laufbahn als Sportler nicht beim Fußball, sondern in der Leichtathletik“, antwortete er auf die erste Frage, „bereits im Alter von 10 Jahren war ich Hessenmeister im 100–Meter-Sprint, bevor mich mein Freund Jan Höfling zum Training der Jugendfußballer der Sportfreunde Seligenstadt mitnahm, das ich noch in ganz normalen Straßenschuhen absolvierte.“
Wegen seiner Schnelligkeit und des guten Ballgefühls überredete ihn der Trainer, in den Verein einzutreten. Gleich das dritte Spiel fand gegen eine Jugendmannschaft des OFC statt, deren Betreuer ebenfalls auf das Talent aufmerksam wurden, so dass Mergim zwei Monate später auf dem Bieberer Berg das Trikot der Kickers trug.


„Die größte Unterstützung erhielt ich immer von meiner Familie, die bereits vor dreißig Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland einwanderte“, fuhr er fort, „doch bald schafften es meine Eltern nicht mehr, mich fast täglich zum Training nach Offenbach zu fahren, so wechselte ich wegen günstigerer Umstände zur SG Rosenhöhe.“
Was zunächst wie ein persönlicher Abstieg aussah, entwickelte sich zum Glücksfall, denn die Beobachter von Darmstadt 98 entdeckten den jungen Fußballer und holten ihn in die erste Mannschaft, die damals von Bruno Labbadia (jetzt Bayer Leverkusen) trainiert wurde. Hier blieb er drei Jahre und konnte schon nach wenigen Monaten die Armbinde des Mannschaftskapitäns überstreifen. In Darmstadt legte er auch die Prüfungen zum Fachabitur ab. „Jeder junge Fußballspieler sollte entweder eine berufliche Ausbildung oder den höchstmöglichen Schulabschluss anstreben“, gab er den Redakteuren der Schülerzeitung als persönliche Empfehlung.


Fast gleichzeitig erhielt Mergim die beiden Angebote, entweder in der albanischen A-Nationalmannschaft oder in der deutschen U21-Auswahl zu spielen. Aus sportlichen Gründen entschied er sich für Deutschland: „Der deutsche Fußball genießt nach meiner Meinung das höchste Ansehen in der Welt. Deutschland spielt schon seit 1954 bei allen internationalen Turnieren in der Spitzengruppe und bietet immer wieder Fußball auf höchstem Niveau. Für jeden Sportler ist es ein Traum und ein unbeschreibliches Gefühl, für die deutsche Mannschaft eingesetzt zu werden.“
So war es für ihn auch einer der Höhepunkte seiner bisherigen Karriere, dass er als U21-Spieler zu einem gemeinsamen Trainingslager mit dem A-Kader eingeladen wurde und dabei mit Ballack, Schweinsteiger und Lahm an einem Tisch saß. „Diese Stars haben sich mir gegenüber als hilfsbereite und freundliche Kollegen gezeigt, die einen jungen Spieler keineswegs von oben herab behandeln“, erinnerte sich Mergim.
 

2007 kamen dann mehrere Angebote von Vereinen der ersten Bundesliga. Obwohl es verlockend gewesen wäre, sich an Dortmund oder Stuttgart zu binden, zog er doch den VfL Bochum als kleineren, familiär geführten Club vor. „Nach 18 Monaten beim VfL kann ich sagen, dass meine Entscheidung richtig war. Vor allem während der langen Verletzungszeit, die durch einen Adduktoren-Abriss verursacht wurde, erlebte ich die Herzlichkeit aller Mitarbeiter und Teamkollegen. Aber am wichtigsten war die Unterstützung durch die Familie und meine langjährige Freundin, die ebenfalls aus Seligenstadt kommt und auch Merianschülerin war “, berichtete Mergim über seine schwierigste Zeit als Profi.
Wie eine Belohnung für das Durchhalten erschien es ihm, als er danach gleich beim ersten Einsatz ein Tor schoss, obwohl er als Verteidiger eher andere Aufgaben hat.
Die Frage nach seinen weiteren Zielen beantwortete er mit drei Schlagworten: „Stammspieler – Führungsspieler – Nationalspieler.“ So ist es nicht verwunderlich, dass er als großes Vorbild den Namen des französischen Stars Zinedine Zidane nennt.


Die gesamte Redaktion der Schülerzeitung möchte sich auf diesem Weg ganz herzlich für das Gespräch bedanken und wünscht Mergim weiterhin viel Erfolg.
 



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