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Merianschüler im Porträt: Cenk Güvenc in der türkischen U19-Nationalmannschaft

Nach dem Spiel gegen die A-Jugend des FC Bayern München kam der überraschende Anruf. Ein Betreuer der türkischen U19-Nationalmannschaft meldete sich bei dem Seligenstädter Cenk Güvenc, um ihn zu zwei Länderspielen nach Istanbul einzuladen: „Wir haben dich schon während der letzten fünf Spiele beobachtet und sind davon überzeugt, dass du für unsere Mannschaft eine Verstärkung sein könntest.“
Obwohl Cenk schon seit fast zehn Jahren zu den besten Verteidigern der OFC-Jugendmannschaften gehört und in dieser Saison in der A-Jugend-Bundesliga Süd eingesetzt wird, hatte er mit solch einem Erfolg noch nicht gerechnet.


Bereits im Alter von acht Jahren begann seine Karriere als Fußballspieler bei den Sportfreunden Seligenstadt, die ihn gegen eine Mannschaft der Kickers Offenbach einsetzten. „Wir erreichten mit 3:3 zwar nur ein Unentschieden, aber ich hatte alle Tore für die Sportfreunde geschossen“, erinnert sich Cenk im Gespräch. So dauerte es nur wenige Wochen, bis er nach einem Probetraining auf dem Bieberer Berg das Trikot des OFC trug.

 
„Von meiner Familie, die vor über 40 Jahren aus Izmir nach Seligenstadt kam, erhielt ich immer die größte Unterstützung, wenn wichtige Entscheidungen zu treffen waren. Vor allem mein Vater nahm es auf sich, mich fast täglich nach Offenbach zum Training zu fahren“, fuhr er fort.
Am 15. Februar 2009 war es dann endlich so weit. Cenk flog von Frankfurt nach Istanbul, der türkischen Metropole am Bosporus. Dort bezog er auf dem Trainingsgelände des Fußballverbandes Quartier und fand bei seinen Mannschaftskameraden, die alle in Vereinen der 1. Liga spielen, eine freundliche Aufnahme. Er merkte bald, dass er mit 17 Jahren zu den Jüngsten gehörte und als einziger Spieler aus einem deutschen Club berufen worden war. Dennoch versicherte ihm Trainer Ogün, der zum WM-Kader 2002 gehörte, dass er ihn für die beiden Freundschaftsspiele gegen Rumänien nominieren würde und auch in Zukunft mit ihm plane. Bereits im April soll ein weiteres Länderspiel gegen die Niederlande stattfinden.


Als Defensivspieler mit Offensivqualitäten, der flexibel eingesetzt werden kann, wird Cenk natürlich von anderen Vereinen umworben und erhält fast jede Woche neue Angebote. „Vorläufig möchte ich aber bei den Offenbacher Kickers bleiben, weil ich hier sehr gute Erfahrungen mit den Trainern und der Jugendarbeit insgesamt gemacht habe“, betont der junge Nationalspieler, „dennoch gibt es für mich sowohl in Deutschland als auch in der Türkei Vereine, deren Mannschaften ich für hervorragend halte. Dazu gehören Bayer Leverkusen und Besiktas Istanbul. Es ist für jeden Spieler ein Traum, in einen solchen Profikader aufgenommen zu werden.“


Auf die Frage nach einem persönlichen Vorbild nennt Cenk den Namen Mergim Mavraj, des nur fünf Jahre älteren Verteidigers vom VfL Bochum, von dem er sich immer wieder Ratschläge geben lässt. „Mergim spielt auf der gleichen Position, die ich bei den Kickers einnehme und kann mir so am besten helfen.“
Als Inhaber der doppelten Staatsbürgerschaft, könnte Cenk auch für Deutschland auflaufen. Erst mit 21 Jahren müsste er sich für einen der beiden Verbände entscheiden. Aber der DFB hat bisher noch keinen Kontakt zu ihm aufgenommen.
Neben dem Fußballtraining geht Cenk noch regelmäßig joggen oder mit Freunden zum Billard spielen. Sollten aber weitere Nominierungen für die Nationalmannschaft hinzukommen, bliebe für Hobbys natürlich weniger Zeit.

Das gesamte Team der Homepage der Merianschule möchte Cenk für seine Karriere als Fußballspieler weiterhin viel Erfolg wünschen.



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