Ein Projekt für mehr Vielfalt, Offenheit und Miteinander an der Merianschule
„Streber“, „Problemkind“, „Angeber“, „typisch Mädchen“, „typisch Junge“, „langweilig“ oder „unsportlich“ – oft reichen wenige Sekunden, und wir haben einen Menschen bereits in eine Schublade gesteckt. Doch was wissen wir eigentlich wirklich über diese Person?
Mit genau dieser Frage haben sich Schülerinnen und Schüler der Merianschule im Rahmen des Projekts „Schubladen sind für Dinge da – nicht für Menschen“ beschäftigt. Das Projekt steht unter dem großen Thema „Vielfalt“, dem diesjährigen Jahresmotto von sozialgenial an unserer Schule.
Zu Beginn setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage „Was ist eigentlich normal?“ auseinander. Schnell wurde deutlich: Eine allgemeingültige Vorstellung von „normal“ gibt es nicht. Menschen unterscheiden sich in ihren Interessen, Fähigkeiten, Erfahrungen, ihrem Aussehen, ihrem Verhalten und ihrer Lebensgeschichte – und genau diese Unterschiede machen unsere Gemeinschaft vielfältig.
Im Mittelpunkt des Projekts standen anschließend Vorurteile und vorschnelle Bewertungen. Warum stecken wir Menschen in bestimmte Schubladen? Was glauben wir über jemanden, obwohl wir ihn vielleicht gar nicht richtig kennen? Und was bleibt dabei für uns unsichtbar?
Um diese Gedanken sichtbar zu machen, suchten sich die Schülerinnen und Schüler verschiedene typische Vorurteile aus und gestalteten dazu Boxen. Außen wird jeweils die „Schublade“ dargestellt, in die ein Mensch vorschnell gesteckt werden könnte. Im Inneren zeigt sich dagegen, was hinter dieser Zuschreibung stecken kann: Eigenschaften, Gedanken, Erfahrungen und mögliche Gründe für ein Verhalten, die man einem Menschen von außen eben nicht ansieht.
So wird aus einer vermeintlich einfachen Schublade plötzlich ein viel komplexeres Bild. Denn ein Mensch ist immer mehr als das, was andere auf den ersten Blick sehen.
Doch das Projekt richtet sich nicht nur an die Schülerinnen und Schüler, die es gestaltet haben. Auch die gesamte Schulgemeinde ist eingeladen, die eigenen „Schubladen im Kopf“ zu hinterfragen. Dafür wurde ein Spiegel aufgestellt. Wer hineinschaut, kann sich selbst die Frage stellen: Was können andere Menschen eigentlich nicht sofort an mir sehen?
Auf kleinen Zetteln können Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ihre persönliche Antwort festhalten und am Spiegel anbringen. Nach und nach entsteht so ein sichtbares Zeichen dafür, wie unterschiedlich und vielschichtig die Menschen an unserer Schule sind.
Das Projekt möchte dazu ermutigen, weniger übereinander und mehr miteinander zu sprechen, anderen Menschen eine faire Chance zu geben und auch die eigene Meinung immer wieder zu hinterfragen.
Denn vielleicht lohnt es sich manchmal, eine Schublade im Kopf noch einmal zu öffnen.
Für mehr Miteinander statt Gegeneinander. Für Offenheit, Respekt und Vielfalt.









